Archiv der Kategorie: Wissenswert

Jahresbroschüre 2018 erschienen

Unsere neue Jahresbroschüre ist da! Sie erhalten die Broschüre in vielen Supermärkten der Region, bei Tierärzten, im Tierfachhandel und einigen anderen Geschäften – und natürlich auch im Tierheim-Eck sowie direkt bei uns im Tierheim.

Auf 48 Seiten berichten wir darin über unsere Arbeit im vergangenen Jahr, über Tierschicksale und Happy Ends, von uns durchgeführte Aktionen und kürzliche Umbaumaßnahmen im Tierheim. Außerdem stellen wir unser engagiertes Tierheim-Team näher vor und halten weitere wissenswerte Infos für Tierfreunde bereit.

Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre und danken allen unseren Inserenten, die den Druck unserer Jahresbroschüre durch ihre Anzeigen auch in diesem Jahr möglich gemacht haben. Ein herzliches Vergelt’s Gott! Sie unterstützen unsere Arbeit damit sehr.

Gebt scheuen Katzen eine Chance

Viele unserer Interessenten möchten am liebsten eine Katze, die schon beim ersten Kennenlernen im Tierheim auf sie zukommt und sofort losschmust. Doch das tun nur sehr wenige – viele müssen erst Vertrauen fassen und ihre Menschen langsam kennenlernen. Je zurückhaltender und ängstlicher eine Katze ist, desto länger dauert es meist, bis wir sie vermitteln können. Das ist sehr schade, denn gerade diese Katzen entwickeln sich oftmals zu den treusten und anhänglichsten Gefährten.

Mit Geduld, Zuwendung und ganz viel Liebe wird es Ihnen sicher gelingen, ein Vertrauensverhältnis zu einer schüchternen Katze aufzubauen. Selbstverständlich stehen wir Ihnen sowohl vor als auch nach der Adoption gerne mit Ratschlägen zur Seite. Geben Sie Katzen wie Grisu, Mädi, Bubi oder Red Bulli eine Chance – Sie werden es nicht bereuen, sondern bald sehen können, wie Ihr neuer Mitbewohner Fortschritte macht und immer mehr auf Sie zukommt. Ein wunderschönes Erlebnis, und der Beginn einer lebenslangen Freundschaft.

Wegwerfsache Katze – ein offenes Wort

Vor einiger Zeit wurde uns wieder eine Mamakatze mit 4 Kitten gebracht. Die Kitten –  3 Katerchen und 1 Kätzin – schwer krank. Durch Katzenschnupfen sind die Augen massiv in Mitleidenschaft gezogen, bei der kleinen Kätzin droht sogar Blindheit.

Nicht kastrierte Streunerkatzen und Freigängerkatzen tragen Krankheiten weiter.

Ein Fall von vielen Fällen im Laufe des Jahres.

Es nimmt immer mehr überhand. Wir haben zurzeit 30 Kitten zu versorgen. Teilweise schwerst krank. Das sind die Frühjahrskatzen und nun kommen die Herbstkatzen!

Katzenbesitzer kommen uns oft mit dem Argument „Der Kater muss ja können“! Oder bei Kätzinnen:  „Einmal soll sie ja werfen“! Kater haben keinerlei Freude am Geschlechtsverkehr, im Gegenteil. Es schmerzt und es dient ausschließlich zur Fortpflanzung. Und Kätzinnen säugen 2 – 6 Kleine bis zu 3 Monate, das ist Stress pur.

Wenn sie dann noch als Streunerkatzen in einem schmutzigen Schuppen leben, selber und die Kleinen krank sind und auch noch um Nahrung kämpfen müssen, ist das wirklich kein lebenswertes Katzenleben. Und den Kleinen droht dasselbe Schicksal.

Kätzinnen bekommen in der Regel zweimal, manchmal auch 3 mal im Jahr, Nachwuchs. Das heißt bei einer Katze

4 – 9 Kitten pro Jahr, BEI EINER KATZE!

BEI 2…  BEI 3… BEI 4 … und das pro Jahr! 

Wo sollen die kleinen Katzen alle hin? Sie werden weggegeben, auf die Straße gesetzt oder – noch die beste Alternative – in ein Tierheim gebracht.

Man gibt viele Katzen in einem elenden und verwahrlosten Zustand bei uns ab.

Selbstverständlich kümmern wir uns um die armen Miezen, versorgen sie medizinisch, kämpfen um ihr Leben.

Wenn sie Glück haben und alles überstehen, setzen wir alles daran, sie in ein gutes Zuhause zu vermitteln. Bei einigen verlieren wir jedoch den Kampf, sie kommen bereits zu krank zu uns.

Das Elend nimmt kein Ende, solange Katzenbesitzer nicht einsehen, dass eine Kastration von Katze UND Kater, die einzige Möglichkeit ist, diese Flut und das Leid zu stoppen.

Von der finanziellen Situation, die die Tierschutzvereine tragen müssen, ganz zu schweigen.

Ich fordere alle Tierfreunde und ganz speziell die Landwirte auf, sich daran zu beteiligen, dass dieser Kreislauf unterbrochen wird.

Wir müssen alle einsehen, dass nur einzig und allein Prävention der richtige Weg ist.

Bitte ergreifen Sie die Möglichkeit und nehmen Sie an unserer kostenlosen Kastrationsaktion teil. Es ist nur die Spitze vom Eisberg. Aber jeder kann etwas dafür tun, dass dieser Eisberg langsam schmilzt.

Gabi Schwaiger-Weiß, 1. Vorsitzende

Invasive Arten in Deutschland offiziell zum Töten freigegeben

Nach dem Deutschen Bundestag hat am 31. März 2017 auch der Bundesrat die Vorlage zur Änderung des Naturschutzgesetzes sowie des Jagdgesetzes durchgewunken und damit die EU-Verordnung 1143/2014 in Deutschland offiziell umgesetzt. Bei der Verordnung handelt es sich um ein Management-Konzept aus Brüssel, das die Ausbreitung invasiver Tier- und Pflanzenarten eindämmen soll.

Während der Deutsche Tierschutzbund, Landesverband Bayern e.V. das Vorhaben, invasive Arten besser kontrollieren zu wollen, grundsätzlich begrüßt, lehnt er die nun eingeführten Managementmaßnahmen vehement ab. Diese schließen neben Import- und Haltungsverboten nämlich auch tödliche Maßnahmen ausdrücklich mit ein. Zudem dürfen die gelisteten Arten künftig auch in Zoos, Tierheimen und Auffangstationen nicht mehr gehalten werden. Bestehende Bestände müssen innerhalb von 24 Monaten abvermittelt oder eingeschläfert werden.

Der Deutsche Tierschutzbund, Landesverband Bayern e.V. wird dieser Aufforderung ausdrücklich nicht nachkommen, da das  grundlose Töten von Tieren einen Verstoß gegen § 1 Tierschutzgesetz (vernünftiger Grund) darstellt und zudem den Vereinssatzungen unseres Dachverbandes und der Tierschutzvereine widerspricht. Sollten Tötungsanordnungen erlassen werden, wird der Landesverband sich diesen widersetzen und sich den Rechtsweg vorbehalten.

Der Tierschutzverein Bad Reichenhall u.U. e.V. schließt sich der Stellungnahme des DTSchB, LV Bayern e, V. an.

Hintergrundinformationen:

Jungvogel gefunden?

Im Frühjahr kommt es immer wieder vor, dass besorgte Tierfreunde uns scheinbar verlassene Jungvögel bringen. Dies ist zwar gut gemeint, aber grundfalsch: Die Jungen der meisten unserer heimischen Singvögel verlassen ihr Nest schon, bevor sie fliegen können. Als „Ästlinge“ warten sie dann auf einem Ast sitzend auf ihre Eltern, die sie mit Nahrung versorgen. Diese Jungvögel besitzen bereits ein Federkleid.

Wann helfen?

Hilfe benötigen nur sehr junge Vögel, die noch keine oder fast keine Federn haben und am Boden liegen. Meist handelt es sich hierbei um tatsächlich aus dem Nest gefallene Jungvögel. Am besten sollten diese direkt wieder dorthin zurückgesetzt werden. Die verbreitete Ansicht, dass die Vogeleltern sie nicht mehr annehmen würden, wenn sie von einem Menschen angefasst wurden, ist falsch.

Auch bei akuten Gefahrensituationen, etwa durch den Straßenverkehr oder Katzen, sollte eingegriffen und der Jungvogel erhöht auf einen Ast gesetzt werden. Offensichtlich verletzte Jungvögel sollten selbstverständlich direkt zu einem Tierarzt oder in eine Tierklinik gebracht werden.

Erst abwarten und beobachten

Der Landesbund für Vogelschutz rät ganz klar: „Bevor Sie einen scheinbar verlassenen Jungvogel aufnehmen, beobachten Sie bitte aus sicherer Entfernung und mindestens eine Stunde lang, ob er nicht doch von den Eltern versorgt wird. Im Normalfall sind sie nicht weit und bleiben mit ihren Jungen über Rufe in Kontakt.“

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf den Webseiten des Landesbundes für Vogelschutz sowie beim Deutschen Tierschutzbund.